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Ein praktischer Leitfaden für das Leben auf dem Land.
Seine Bestseller („Anleitung zum Müßiggang“, „Die Kunst frei zu sein“, „Leitfaden für faule Eltern“) waren flammende Aufrufe, aus dem Hamsterrad des Kapitalismus auszusteigen und sich auf das Wesentliche und Gute zu besinnen. Hodgkinsons neues Buch „Schöne alte Welt“ führt dieses Thema konsequent weiter und ist diesmal im ländlichen Bereich angesiedelt. Denn dort, im englischen Devon, hat er sich mit seiner Familie auf einem etwas chaotischen Bauernhof niedergelassen und erprobt seit einigen Jahren die Kunst der Selbstversorgung. Mit der für ihn typischen Mischung aus enzyklopädischem Wissen, einer unermesslichen Fülle von literarischen und kulturgeschichtlichen Zitaten und wohl dosierter Selbstironie führt er durch das Jahr und erzählt von seinen Erlebnissen und Rückschlägen, die das Leben auf dem Lande mit sich bringt. Wir erfahren, warum es keinen Sinn hat, Kartoffeln zu pflanzen, wohl aber Saubohnen („Glauben Sie niemandem, der erzählt, es sei einfach Gemüse anzubauen. Das ist eine dreiste Lüge“). Er hält Hühner, Schweine und Kaninchen, beschäftigt sich mit den Problemen der optimalen Holzlagerung und berichtet von den besten Kompostierungsmethoden. Seine Frau Victoria versucht sich als Imkerin, backt Brot und stampft Butter. Sie brauen Bier (geht so), machen Pastinakenwein (hervorragend!) und köstlichen Holunderlikör. Tom Hodgkinson ist kein „Zurück-zur-Natur“-Guru. Im Gegenteil, er gibt zu, dass das einfache Leben manchmal sehr kompliziert und hart ist. Aber es verheißt trotzdem all das, wovon die meisten Menschen träumen: Weniger Routine, weniger Konsum, weniger Müll, mehr Sinn, mehr Spaß, mehr Lebendigkeit.
Tom Hodgkinson „Schöne alte Welt“. Aus dem Englischen von Anita Krätzer. 350 Seiten. Fester Einband.
(s. auch "der Bund" vom 2. Mai 2012 http://www.derbund.ch/leben/gesellschaft/Hatte-Jesus-einen-Job-Na-also/story/21352332)
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